Sicher kennst du das:

Im Kindergarten deines Kindes gibt es ein (oder vielleicht auch mehrere) Kinder, die findest du gaaaaaanz schrecklich.

Sie sind es gewohnt zu bekommen, was sie wollen, und machen ständig Theater, wenn ihre Wünsche nicht SOFORT erfüllt werden.

Wenn so ein Kind in der Nähe ist, dauert es keine 5 Minuten, und es gibt Streit

  • Über ein Spielzeug,
  • über die Reihenfolge an der Rutsche,
  • darüber, wer die BESTE Freundin / der BESTE Freund ist, etc.

Diese Kinder können sich einfach nicht in eine Gruppe integrieren.

DAS IST EINE VERZOGENE NERVENSÄGE!

Und im Stillen denkst du dir: “Gott sei dank ist mein Kind nicht so.”

Dein Kind ist meistens lieb, hat in der Kita fast nie Streit mit anderen, und ist bei Erzieher:Innen sehr beliebt. Es sei denn……

Es hat diese komische Stimmung:

  • Beim Einkaufen ist es der festen Überzeugung, alle ALLEINE machen zu können. Es schnappt sich den Kinder-Einkaufswagen und stürmt den Supermarkt. Du bist nur noch damit beschäftigt, in gebückter Haltung hinter ihm herzurennen, damit es die Regale nicht umreißt, oder anderen Menschen immer wieder in die Hacken fährt.
  • Wenn die Schlange an der Kasse zu langsam vorwärts geht, fängt es an sich zu langweilen und zu quängeln. Es reißt an deiner Jacke, räumt die Süßigkeiten-Regale an der Kasse aus und beschwert sich, dass ihr warten müsst. Zunächst versuchst du es noch zu beschäftigen, aber schon bald hast du keine Ideen mehr, und betest, dass ihr endlich bezahlen könnt.
  • Beim Bäcker fängt dein Kind einen offenen und lauten Streit mit dir an, weil der BÖSE Bäcker kein Rosinenbrötchen mehr hat, obwohl ihr doch extra deswegen hierher gekommen seid.
  • Wenn du eine Freundin auf der Straße triffst, könnt ihr euch nicht 5 Minuten unterhalten, weil dein Kind immerzu an deiner Hand zieht, und weiter möchte……

Es gibt noch viele solcher Beispiele, aber ich glaube niemand kann sich davon freisprechen, dass sie sie selbst fragt: “Ist mein Kind verzogen?”

Ich meine, es muss doch auch mal möglich sein, dass das Kind eine Situation übersteht, in der es nicht entertaint wird, und trotzdem keinen Generalstreik ausruft. Du möchtest nicht ständig einen hochroten Kopf bekommen, weil die umstehenden Menschen schon genervt und hörbar ausatmen.

Es muss doch auch mal möglich sein, dass dein Kind eine Enttäuschung hinnimmt, ohne Wutanfall.

Die Antwort ist: Natürlich!

Klar, jedes Kind hat mal eine Hochphase, in der es ECHT SCHLECHTE LAUNE HAT, und sich einfach nicht der Situation anpassen will. Das hat nichts mit einer verzogenen Göre zu tun.

Doch wenn dieses Verhalten sehr oft bis regelmäßig auftritt, dann ist dein Kind verzogen; entschuldige, dass ich dir das so offen sage.

Der Grund dafür ist die sog. Trotzfixierung!

Wenn du Anweisungen, Verbote oder Grenzen oft rückgängig machst, dich leicht erweichen lässt und nachgibst, kann es zu einer sog. Trotzfixierung bei deinem Kind kommen. Das bedeutet, dass dein Kind lernt, auf welche Weise es seinen Wunsch letzten Endes durchsetzen kann. Daraus entsteht ein Machtkampf zwischen dir und deinem Kind. Es entwickelt regelrechte Strategien, wenn es auf Widerstand stößt.

Ein Beispiel: Dein Kind möchte im Supermarkt den kleinen Einkaufswagen selbst schieben. Du sollst den Wagen nicht mitschieben, nur den Einkauf hineinlegen. Dein Kind kann aber noch nicht mit dem Wagen geradeaus fahren oder auf andere Personen achten. Zu oft stößt es an Ecken oder fährt gegen Regale. Du bietest deinem Kind an, es beim Schieben zu unterstützen. Dein Kind will jedoch nicht. Wütend schreit und weint es, und weigert sich, einkaufen zu gehen. Da du selbst den Einkauf schnell hinter dich bringen möchtest, gibst du nach und lässt dein Kind allein den Einkaufswagen schieben. Jedes Mal, wenn du ihm helfen möchtest, wirst du von ihm ermahnt, die Hände wegzunehmen. Der Einkauf wird echt anstrengend.

Was dein Kind daraus lernt, ist: Es muss nur lange genug schreien, damit du nachgibst.

Der von vielen Eltern beschriebene ewige Kampf ums Anziehen, Zähneputzen, Schlafengehen, Einkaufen usw., entsteht meist dadurch, dass sie nicht konsequent in ihren Aussagen bleiben.

Ich weiß, nicht jeder Tag ist gleich, und du hast auch nicht immer die nötige Geduld, um in allen Situationen richtig zu reagieren. Aber dein Kind weiß das nicht. Für es gibt es keinen Alltag / Sonntag. Es merkt nicht, dass es selbst heute mehr gestresst ist als gestern; dass du vielleicht weniger aufmerksam bist als sonst, weil du dich gedanklich mit einem Problem beschäftigst. Alles, was dein Kind weiß, ist, dass es diese eine Sache gerade haben oder tun möchte, oder eben nicht. Dieser Konflikt ist jedes Mal neu. Die Herausforderung, jedes Mal bei deiner Aussage zu bleiben, wird für dich nie zur Routine werden.

Dieses verwöhnende Nachgeben schafft ungebärdige, unleidliche Kinder, die keine Grenzen akzeptieren. Wenn ein Kind mit Trotzverhalten seine Ziele erreicht, kann sich das vom sog. angerichteteten Trotzaffekt zum bewusst eingesetzten Mittel entwickeln, das dem Kind bei der Durchsetzung seiner Wünsche hilft. Da das Kind gelernt hat, dass seine Wünsche auf diese Weise befriedigt werden, wird es auch sein weiteres Leben mit Aufsässigkeit und Widerstand gestalten. Das Kind wird sich nur schwer anpassen können und Schwierigkeiten haben, Unterstützung von anderen anzunehmen.

Wenn du das vermeiden möchtest, solltest du folgende Punkte beachten:

  • Sei aufmerksam, wenn sich ein Trotzanfall ankündigt.
    Auch wenn du gerade gar keine Lust / Zeit hast, den Trotzanfall deines Kindes mit Geduld und Ruhe abzufangen, solltest du es aufmerksam beobachten. Lege nicht so viel Energie in die Vermeidung des Wutausbruchs, sondern versuche etwas Abstand zu der Situation zu bekommen, damit du nicht impulsiv und vorschnell reagierst.
  • Schenke deinem Kind deine ungeteilte Aufmerksamkeit
    Suche den Augenkontakt zu ihm. Sollte das nicht möglich sein, dann bleib in seiner Nähe und verhalte dich passiv.
  • Setze deine Grenzen und Konsequenzen bewusst.
    Wenn dir dein Kind wieder zuhört, setze ihm einfache Grenzen, die es verstehen kann (in unserem Beispiel mit dem Einkaufswagen: „Nein, wir schieben den Wagen zusammen, oder gar nicht!”). Gib deinem Kind nicht mehrere Optionen zur Auswahl. Gib ihm keine Erklärungen. Du setzt die Grenzen und bestimmst die Bedingungen.
  • Warte ab und bleibe bei deiner Aussage.
    Wenn du die Grenzen und Konsequenzen einfach gehalten hast, wird es für dich auch möglich sein, bei deiner Aussage zu bleiben. Vermeide Wenn-Dann-Optionen („Wenn du jetzt aufhörst zu weinen, und wir alles haben und zur Kasse gehen, dann darfst du den Wagen allein schieben”). Es gibt keine Alternative zu deiner Aussage. Vor allem solltest du selbst davon überzeugt sein. Falls weitere Erwachsene anwesend sind (der Vater oder deine Mutter), lass dich von ihnen nicht beirren. Alles, was du an dieser Stelle tun musst, ist abwarten und deinem Kind Zeit geben, über die Konsequenzen nachzudenken sowie konsequent bei deiner Ansage zu bleiben.

Gerade andere Erwachsene mit einer engen Beziehung zu deinem Kind, machen es einem manchmal sehr schwer, konsequent zu bleiben. Wie oft habe ich meine eigene Mutter in die Wüste gewünscht, wenn wir zu dritt Einkaufen waren und sie sich in meine Erziehung eingemischt hat, weil sie die gute Oma spielen wollte! Dann hatte ich es nicht nur mit meinem Kind zu tun, das genau jetzt meine Führung brauchte, sondern auch mit einer erwachsenen Person, die sich auf einmal als Anwalt des Kindes aufspielte; und ihm damit mehr schadete, als nutzte.

Habe ich bei dir ins Schwarze getroffen? Dann vereinbare doch einen Termin mit mir, und ich kann dir zeigen, wie du das in 2 Wochen wieder in den Griff bekommst.

Deine Sabine

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