Mit ca. 30 Monaten wirst du bemerken, dass es immer schwieriger wird, dein Kind ins Bett zu bringen. Viele Familien berichten, dass in dieser Zeit jedes Schlafen (mittags oder abends) zu einer sich endlos hinziehenden Herausforderung werden kann.

Zum einen liegt das am abnehmenden Schlafbedarf, zum anderen findet sich dein Kind immer besser in einen geregelten Tag-Nacht-Rhythmus hinein. Es ist ausgeruhter und besitzt mehr Energie. Trotzdem braucht es auch in diesem Alter bis zu 13 Stunden Schlaf pro Tag. Gerade, wenn es sieht, dass ältere Geschwister länger wach bleiben dürfen, ist es für dein Kind schwierig zu akzeptieren, dass es jetzt ins Bett gehen muss. Die Eltern meiner Tageskinder haben sich immer gewundert, warum ich keine Probleme hatte, die Kinder schlafen zu legen. Fragten sie mich, wie ich das mache, war meine Antwort stets die gleiche: „Es gibt keine Alternative.”

In meinem Buch „So schlafen Babys entspannt ein und durch. Die besten Einschlaftipps einer Tagesmutter“ habe ich ausführlich beschrieben, wie du dein Kind entspannt in diesem Alter schlafen legst. Darum geht es: Dein Kind soll entspannt einschlafen, damit es sich gesund entwickelt. Jedes Kind kann schlafen. Es muss nur lernen, zur Ruhe zu kommen.

In diesem Alter, zwischen 24 und 36 Monaten, kommt es darauf an, dass ihr feste Rituale habt, die ihr konsequent einhaltet. Das gibt deinem Kind Sicherheit und Geborgenheit, wodurch es dann seinen eigenen Schlafrhythmus findet und durchschläft. Gegen ein entspanntes Einschlafen wirkt häufig die Fantasie deines Kindes. Diese entwickelt es gerade in diesem Alter. Auf einmal sind da Monster, die in dunklen Ecken oder unter dem Bett leben. Es gibt Drachen, die nur darauf warten, bis es dunkel ist, damit sie durch das Zimmer fliegen können. Oder die Fantasie deines Kindes lässt eine spannende Geschichte lebendig werden. Eines meiner Tageskinder hatte z. B. die Geschichte des Grüffelo für so echt empfunden, dass es aus Angst vor ihm abends nicht einschlafen wollte. Ein anderes Kind hatte sich vor dem Nikolaus erschrocken. Seitdem war es davon überzeugt, dass der Nikolaus nachts in sein Zimmer einsteigen wollte.

Möchte dein Kind abends nicht ins Bett gehen und bekommt einen Wutanfall, kann es daran liegen, dass es Angst hat

Sofern ihr bislang feste Rituale hattet, die dein Kind in den Schlaf begleitet haben, wird es diese nicht infrage stellen. Die Trotzphase ist keine Rebellionsphase wie die Pubertät. Du empfindest es vielleicht so, weil seine Reaktionen heftig, unvorhersehbar und unverständlich sind. Es ist der Konflikt zwischen dem ES-Bewusstsein und dem Über-Ich, den dein Kind nicht ausbalancieren kann. Es braucht klare Rituale, Grenzen und Regeln, um wieder in sein emotionales Gleichgewicht gelangen zu können. Gleichzeitig wird es versuchen mit Charme, Niedlichkeit und Trotz diese Grenzen zu erweitern und neu zu interpretieren. Das liegt in der Natur der Kinder.

Ich empfehle nicht, dass du mit allen Mitteln die gewohnten Regeln durchdrücken sollst. Die Trotzphase wird Autonomiephase genannt, weil dein Kind mit der Abnabelung von dir beginnt. Es wünscht sich mehr Selbstständigkeit. Wie sensibel es auf Regeln reagiert, hängt auch von seinem Charakter und Temperament ab.

Damit dein Kind sich leichter an Regeln hält, erreichst du manchmal mehr, wenn du ihm kleine Freiheiten einräumst

Manchmal musst du aber konsequent bleiben, damit dein Kind nicht gleich die Anarchie ausruft. Deine Intuition wird dich dahingehend anleiten.
Ein hochsensibles Kind kann mit Freiheiten nicht viel anfangen. Es fühlt sich wohl, wenn es sich an klaren Grenzen orientieren kann, und weiß,
dass deine Aufmerksamkeit immer bei ihm ist. Ein anderes Kind braucht mehr Entscheidungsspielraum, um sich wohlzufühlen. Und
manchmal klappt es besser, wenn du mit deinem Partner zeitweise die Rollen tauschst.

Als Tagesmutter habe ich mich vor allem an den Talenten eines Kindes orientiert, wenn es nicht schlafen wollte. Kinder, die mehr Freiheiten
eingefordert haben, kamen als Letztes ins Bett. Ich habe betont, dass sie nicht unbedingt schlafen, sich aber ausruhen müssen, bis die Mittagsruhe vorbei ist. Dabei sind sie meistens eingeschlafen. Und falls nicht, dann konnten sie mit mir das Schlafzimmer verlassen, wenn die anderen Kinder schliefen. Aber sie durften jetzt nicht spielen. Sie mussten ganz leise sein. Sie durften mit mir kuscheln, während wir die Wolken beobachteten. Das war alles. Das Kind hatte seine Freiheiten, konnte diese aber nicht ausleben. Letztendlich ist es lieber schlafen gegangen, wie die anderen Kinder.

Zeigte ein Kind eine starke soziale Ader und kümmerte sich gerne um andere, meist kleinere Kinder, legte ich es neben ein kleines Kind, das
viel Körperkontakt brauchte. Die beiden konnten dann Händchen halten. Dabei ist das größere Kind dann schnell eingeschlafen. Bei sehr sensiblen Kindern habe ich die Erfahrung gemacht, dass es wichtig ist, keinen Druck aufzubauen. Je mehr Druck du in die Durchsetzung eines Rituals hineinlegst, umso mehr wird sich das Kind dagegen auflehnen. Zeit kann dir helfen, dieses Kind friedlich zum Einschlafen zu bewegen. Wenn ein sensibles Kind nicht schlafen möchte, bleibe ruhig und gib ihm Platz. Stecke ihm einen Rahmen ab, indem es sich bewegen darf. Bspw. könnt ihr vereinbaren, dass ihr zusammen noch ein Hörspiel anhören könnt, oder ihr erzählt euch gegenseitig noch etwas: Wie euer Tag war, was ihr gut oder schlecht fandet, und was eure Pläne für morgen sind. Dabei entspannt sich das Kind und ist dannganz leicht bereit, einzuschlafen.

Probiere aus, was bei deinem Kind am besten hilft.

Gerade der Schlaf ist ein sehr sensibles Thema und ein guter Indikator dafür, ob es einem Kind psychisch gut geht

Wir verarbeiten im Schlaf alles, was wir über den Tag erlebt haben; auch du. Wenn dein Kind tagsüber etwas erlebt hat, was es nicht versteht, versucht es häufig im Schlaf Lösungen dafür zu finden. Das endet oft in Alpträumen, weil es seine Emotionen des Tages nicht ausgesprochen hat.

Wenn dein Kind nachts schreiend aufwacht und völlig aufgelöst nach dir ruft, ist das eine tolle Gelegenheit, um mit ihm zu reden (im Rahmen seiner Möglichkeiten). Versuche nicht, es so schnell wie möglich zum einschlafen zu bringen, sondern sprich mit ihm über seine Träume. Auf diese Art habe ich von meinen eigenen Kindern und meinen Tageskindern schon viel erfahren, was sie momentan beschäftigt. Und das Ergebnis dieser Gespräche war immer mehr Vertrauen zueinander.

Wie fühlst du dich, wenn du jemandem dein Herz ausschütten konntest? Warscheinlich fühlst du dich erleichtert und diesem Menschen noch mehr verbunden als vorher. Dein Kind empfindet das gleiche. Und du kannst einfühlsamer und mit mehr Rücksicht im Alltag reagieren. Das wiederum führt dazu, dass es immer weniger Stress gibt, wenn die Schlafenszeit naht. Ihr habt so die Möglichkeit neue Rituale zu entwickeln. Und die tiefere Intimität führt auch dazu, dass du dir mehr Freiheiten nehmen kannst; so paradox das auch klingt.

Ein Kind, dass sich mit mir verbunden fühlt, ist auch bereit, viele Alltagsdinge selbständig zu erledigen. Bspw. alleine den Schlafanzug anzuziehen, das Zimmer aufzuräumen oder alleine einzuschlafen, wenn das Abendritual beendet ist. Ja, das ist das Ziel. Das das Kind so viel Sicherheit und Geborgenheit empfindet, dass es ganz alleine einschlafen kann; während es noch ein Hörspiel hört oder in das Schlaflicht schaut. Du kannst das Zimmer verlassen, in der Gewissheit, dass dein Kind in 10 Minuten eingeschlafen ist. Das gilt auch, wenn dein Kind nachts aufwachen sollte, ohne besonderen Grund. Es wird sein Schlaflicht anmachen und dann sanft wieder einschlafen. Weil es sich sicher und geborgen fühlt.

Oft habt ihr in den vergangenen Monaten und Jahren so viele Gewohnheiten entwickelt, dass du dir nur schwer vorstellen kannst, mehr Freiheiten mit deinem Kind zu vereinbaren oder neue Rituale zu entwickeln, die seinem kognitiven Entwicklungsstand besser entsprechen. Ich kenne Familien, in denen die Kinder sechs Jahre lang jede Nacht eine Wanderung durch die Wohnung veranstalten, weil sie nicht durchschlafen. Das zerrt ziemlich an den Nerven aller Beteiligten. Nicht nur, dass dein Kind zuwenig Ruhe bekommt, und sich tagsüber häufig schlapp und übermüdet fühlt. Auch du und dein Partner seid nicht so belastbar, ausgeglichen und fröhlich, wie ihr es eigentlich sein möchtet. Das Ergebins ist Stress auf jeder Ebene (persönlich, in der Beziehung, in der Familie und im Beruf).

Ein Gespräch mit einer erfahrenen Person, die deine Situation von außen betrachtet, kann hierbei sehr helfen

Ich berate Familien mit Babys und Kleinkindern dabei, mehr Ruhe und Klarheit in ihren Familienalltag zu bekommen; auf ihre eigene Weise. Denn als junge Familie ändert sich dein ganzes Leben und deine persönliche Sichtweise. Aber du als Mensch, deine Bedürfnisse, Träume, Wünsche sind noch da. Viele Eltern geraten dadurch in einen inneren Konflikt zwischen dem, was sie meinen jetzt tuen und denken zu müssen, und ihren Gefühlen.

Das muss nicht sein. Ein Telefongespräch mit mir, kann deinen Blickwinkel total verändern. Wenn du mir deine Situation schilderst, und beschreibst, wo du den meisten Stress empfindest, kann ich dir meine objetive Einschätzung und neue Anregungen geben.

Die Familien, die meinen Ratschlägen gefolgt sind, haben sehr schnell berichtet, dass sie sich nun im Umgang mit ihrem Kind und dem Partner / Partnerin sicherer fühlen.

Unter sabine-lueders.de/kontakt kannst du gerne ein kostenloses Telefongespräch mit mir vereinbaren. Ich würde mich freuen, von dir zu hören.

Bis dahin wünsche ich dir viel Spaß bei der Vermehrung deiner Erkenntnisse.

Bis bald, deine

Sabine

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